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Großbrand auf dem Ermertgelände

Feuerwehren aus dem ganzen Oberkreis in Herdorf im Einsatz - In einer der Hallen standen 800 Abwrackautos: Explosionen
Bei einem Großfeuer gestern Abend brannte mindestens eine der Lagerhallen auf dem Ex-Ermertgelände in Herdorf. Verletzt wurde niemand.

 HERDORF. Eine so riesige schwarze Rauchwolke hat Herdorf seit Jahrzehnten nicht gesehen. Und dass die Bewohner des Städtchens über Radio und die Lautsprecher von Feuerwehrwagen aufgefordert wurden, wegen des Rauchs ihre Fenster geschlossen zu lassen, das gab es wohl auch noch nicht. Stundenlang krachten zudem bei dem Großbrand von offenbar mehreren Lagerhallen auf dem ehemaligen Ermertgelände kanonenartige Explosionen im Minutentakt: In einigen Hallen standen etwa 800 Abwrackautos der Siegener Firma "Utsch Recycling und Autoverwertung", deren Reifen platzten. Auch Benzintanks und Teile des Hallendachs zerbarsten knallend. Geschäftsführer Christoph Neuser konnte gestern noch nicht einschätzen, wie viel der Autos zerstört wurden. Neuser vermutet, dass der Brand von einer leer stehenden Halle zu seinen gepachteten übergriff. Angaben zur Schadenshöhe konnte er nicht machen.

 Die Sirenen heulten gegen 19 Uhr. Wenig später umringten Hunderte von Schaulustigen den Brandort - da das Gelände aber gut abgezäunt ist, wurden die Hilfskräfte nicht behindert. Die Martinshörner zahlloser Feuerwehrfahrzeuge aus dem ganzen Oberkreis - etwa Herdorf, Dermbach, Sassenroth, Betzdorf, Kirchen - aber auch aus Struthütten und Neunkirchen waren noch zwei Stunden nach der ersten Meldung des Unglücks überall in der Region zu hören.

In den drei engen Zufahrtsstraßen vom Wolfsweg aus - der von beiden Seiten abgesperrt wurde - hin  zur Brandstelle drängten sich die Einsatzwagen. Dazu kamen Polizei, DRK und Technisches Hilfswerk. Der Feuerschein der brennenden Hallen und der Funkenflug waren fast in ganz Herdorf zu sehen. Die betroffenen Gebäude sind heute im Besitz der Stadt - auf dem Gelände sollen Wohnhäuser und eventuell eine Grundschule errichtet werden.
Herdorfs Bürgermeister Uwe Erner zeigte sich im RZ-Gespräch erleichtert, dass es keine Verletzten gab. Er schätzt, dass mehr als 200 Wehrleute im Einsatz waren und warnte Schaulustige davor, am Tag nach dem Brand auf das Gelände zu gehen. Bis zum Redaktionsschluss waren die Einsatzleiter nicht zu erreichen; bis weit in die Nacht dauerten die Löscharbeiten.