Aktuelles

Der Weitefelder Löschzug unterstützt Ina Tessmann mit Geld

 

Spende. Erlös aus Dönerverkauf und Schrottsammelaktion in Höhe von 1 500 Euro überreicht – Hälfte geht an die Unnauer Patenschaft


M Weitefeld. Der Weitefelder Löschzug überreichte der Unnauer Patenschaft einen Scheck über 1500 Euro. Das Geld stammt aus dem Erlös des Dönerverkaufs auf dem Weitefelder Weihnachtsmarkt 2013 und der Schrottsammelaktion im April dieses Jahres. Zunächst wusste man bei der FeuerwehrDer Weitefelder Löschzug überreichte der Unnauer Patenschaft einen Scheck in Höhe von 1500 Euro. Weitefeld nicht, wohin das Geld gehen solle, doch dann erschien Ende Oktober der RZ-Artikel „Abiturienten helfen Schülerin im Wachkoma“. „Da waren wir uns alle einig, dass Ina Tessmann das Geld erhalten sollte. Ihr Schicksal riss uns wahrlich den Boden unter den Füßen weg, immerhin könnte es jedem von uns morgen gleichermaßen passieren“, erklärte Wehrführer Jörg Hölzemann.

Ina Tessmann aus Mudenbach liegt seit einer vermeintlichen Routineoperation am Blinddarm im Wachkoma. Die Sauerstoffzufuhr war 20 Minuten unterbrochen und führte zu schweren Hirnschäden. Das 13. Schuljahr der Abi-Aktion 2015 des Marienstätter Gymnasiums sammelt für seine ehemalige Mitschülerin Geld und macht damit auf ihr Schicksal aufmerksam. Die Hälfte der 1500-Euro-Spende soll an Ina gehen, die andere Hälfte an die Unnauer Patenschaft. Das Geld für Ina wird für den Aufenthalt in einer Spezialklinik verwendet werden, die die Familie dreimal pro Jahr besucht.

Die Feuerwehr Weitefeld wird auch beim Weihnachtsmarkt am 29. November dabei sein.

Wer Ina Tessmann helfen, oder die Unnauer Patenschaft unterstützen möchte: E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Artikel aus der Rhein-Zeitung vom 20.11.2014 (Sabrina Fuchs)

 

 

Neun Jahrzehnte unerschrocken im Einsatz

 

Ehrenamt: Die Freiwillige Feuerwehr Weitefeld feiert ihr Bestehen – Spezielle Aufgaben für den Löschzug


M Weitefeld. Die Freiwillige Feuerwehr Weitefeld hat in diesem Jahr einiges zu feiern. Zum 90-jährigen Bestehen gabImmer da, wenn man sie braucht: Aktive und ehemalige Weitefelder Feuerwehrleute am Grillstand bei der RZ-Sommertour. es bereits einen „Tag der offenen Tür“. Jetzt wird weitergefeiert: Für Samstag, 13. Oktober, laden die Floriansjünger zum Oktoberfest ins Gerätehaus ein. Der Eintritt ist frei. Ab 18 Uhr spielt der Musikverein Seck. Um 19 Uhr ist Fassanstich mit dem Gambrinus von der Hachenburger Brauerei. Später heizt Feuerwehrkamerad DJ Frisch mit Partymusik ein. Der Durst kann mit Pils und Weizenbier, aber auch anderen Getränken gelöscht werden. Und es wird Herzhaftes serviert: Fleischkäse, Schinkenbraten, Feuerwehrburger und Kraut, Weißwurst mit süßem Senf und Laugenbrezeln.

Wie Wehrführer Jörg Hölzemann sagt, soll das Oktoberfest das 17 Mal veranstaltete Schlachtfest ablösen, bei dem zuletzt der Aufwand nicht mehr im Verhältnis zum Ergebnis stand. Die Feuerwehr Weitefeld – Löschzug 2 der fünf Löschzüge der Verbandsgemeinde (VG) Daaden – indes steht im Jubiläumsjahr gut da. Sie hat eine Mannschaftsstärke von 31 Aktiven (davon zwölf Atemschutzgeräteträger), neun Alterskameraden und sieben Jugendliche in der Jugendfeuerwehr der VG, von denen dieses Jahr bereits wieder zwei in den Dienst der Weitefelder Wehr treten. Dort sei auch die Tagesbereitschaft sehr stark: Da es im rund 2500 Einwohner zählenden Ort dank der Firmen 1000 Arbeitsplätze gebe, seien auch tagsüber acht bis zehn Feuerwehrleute da.

Zehn bis elf Einsätze hat die Weitefelder Wehr im Jahr. Nun musste sie am 18. September gleich zwei Mal nach Daaden ausrücken: Morgens leisteten sie technische Hilfe bei einem Verkehrsunfall und abends eilten sie zu einem befürchteten Wohnungsbrand. Dennoch lief die Beköstigung bei der RZ-Sommertour in Weitefeld, die die Wehr an diesem Abend übernommen hatte, weiter wie am Schnürchen, da „daheim“ prompt die Alterskameraden einsprangen. „Wir können uns stets auf sie verlassen. Sie sind mit Leib und Seele dabei, und solange sie wollen und können, werden sie auch eingebunden“, betont Hölzemann. Gleiches gelte für die Partnerinnen. Zwar seien hier noch keine Frauen in der Wehr, aber sie würden sie stets unterstützen und seien bei Ausflügen und Festen immer dabei. Auf Verbandsgemeinde- und Kreisgebiet fallen dem Löschzug Weitefeld auch spezielle Aufgaben zu: Sein Schwerpunkt innerhalb der VG ist technische Hilfe, wofür er 2010 mit großem Hydrauliksatz (Spreizer, Rettungsschere) und 2011 mit komplettem Hebesatz (Luftkissen) ausgestattet wurde. Sein zweiter Schwerpunkt wird die Absturzsicherung an Einsatzstellen (Gebäude, Fahrzeuge) sein, wofür in einem ersten Schritt vier seiner Leute eine spezielle Ausbildung absolvieren, um ab Mai 2013 die praktische Ausbildung der Mannschaft vorzunehmen.

Zudem hat der Bund im April ein Löschfahrzeug zum Katastrophenschutz (Kosten: rund 230 000 Euro) beim Löschzug stationiert – das bislang einzige im Kreis Altenkirchen. 2014 soll die Weitefelder Wehr als Ersatz fürs Löschfahrzeug ein Mehrzweckfahrzeug (Kosten: zwischen 60 000 und 70 000 Euro) erhalten, mit dem sie flexibler ist, da der Sprinter mit Containersystemen direkt für den jeweiligen Bedarf bestückt werden kann und langwieriges Beladen entfällt. 2015 soll sie noch ein Hilfeleistungsfahrzeug (Kosten: rund 200 000 Euro) als Ersatz fürs Tanklöschfahrzeug bekommen. Es ist ein wasserführendes Fahrzeug, darüber hinaus mit Hilfeleistungssatz ausgestattet. Derweil will der Förderverein weiter den Satz neuer Jacken für alle Aktiven vervollständigen und in die Containersysteme fürs Mehrzweckfahrzeug investieren. Zudem engagiert sich die Feuerwehr Weitefeld für soziale Zwecke und hat 2 000 Euro an die Stiftung „Fly & Help“ gespendet.

 

Eine bewegte Geschichte mit Unstimmigkeiten und Tanklöschfahrzeugen

Historie Erster Einsatz war ein Blitzeinschlag

Die Feuerwehr Weitefeld wurde am 22. Juni 1922 mit mehr als 50 Mitgliedern und mehreren Abteilungen gegründet. 1923 erhielt die schon mit einem Feuerwehrhaus ausgestattete Wehr von der Gemeinde die erste Spritze und einige Schläuche. Den ersten Einsatz hatte sie am 24. Juni 1924, als ein Blitz eine Scheune in Brand setzte. Da zu wenige Schläuche zur Verfügung standen, wurde die Wehr aus Oberdreisbach hinzugezogen.

1926 fand die erste Übung im neuen Steig- und Spritzenhaus statt. Wegen Unstimmigkeiten mit der Gemeinde drohte 1928 die Auflösung, was jedoch abgewendet wurde. Doch Naziregime und Krieg forderten ihren Tribut. Die Löschzüge wurden aufgelöst, eine Amtswehr und später HJ-Feuerwehrschar mit zwölf „Jungen“ eingesetzt. Direkt nach dem Krieg kamen die übrig gebliebenen Wehrleute wieder zusammen. 1956 wurde eine zweite Motorspritze angeschafft, 1964 folgt das erste Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF).

Die 1969 beschlossene Zusammenlegung der Löschzüge Weitefeld und Oberdreisbach führte mit den Jahren zu heftigen Unstimmigkeiten. 1976–79 ging die Trägerschaft für die Wehren auf die VG über. 1978-79 erweiterten die Weitefelder ihr Gerätehaus, bekamen 1978 das alte Tanklöschfahrzeug (TLF) aus Daaden, 1979 die ersten Atemschutzgeräte und 1981 fürs defekte ein neues TSF. 1986 waren sie die ersten, die das vom Kreisfeuerwehrverband neu angebotene Leistungsabzeichen machten – zunächst in Bronze, dann in Silber und Gold. Zwei Jahre später bekam die Wehr eine neue Tragkraftspritze, 1990 das neue Tanklöschfahrzeug. Im Frühjahr 1996 wurde mit dem Bau des neuen Feuerwehrhauses begonnen, schon am 27. Juni 1996 Richtfest gefeiert.

Viele Arbeiten hatte die Wehr in Eigenleistung erbracht – laut Bürgermeister Wolfgang Schneider das erste Gerätehaus in Rheinland-Pfalz, das unter dem veranschlagten Preis gebaut worden ist. 1998 bekam die Wehr ein Löschfahrzeug von der Wehr aus Derschen, 1999 folgte ein TSF vom Löschzug Daaden als Ersatz fürs ausgediente. In den folgenden Jahren kamen zur Brandbekämpfung immer mehr Einsätze im Bereich der technischen Hilfeleistung hinzu.

 

Rhein-Zeitung vom 11.10.2012 (Eva-Maria Stettner, anlässlich der RZ-Sommertour)

 

Feuerwehr hilft einer Schule in Ruanda

 

Soziales Weitefelder Löschzug spendet rund 600 Euro an die Meutsch-Stiftung Fly & Help


M Weitefeld. Dass in Ruanda hundert Kinder mehr in die Schule gehen können, verdanken sie der FreiwilligenDank des Engagements der Freiwilligen Feuerwehr Weitefeld können in Ruanda hundert Kinder mehr eine Schule besuchen. Reiner Meutsch (2. von rechts) bedankt sich bei Jörg Hölzemann, Christoph Flug und Kay Kirchhöfer (von links). Feuerwehr Weitefeld. Der Löschzug spendet an die Hilfsorganistion Fly & Help rund 600 Euro. Der Chef persönlich, Reiner Meutsch, nahm den Scheck am Mittwochabend im Gerätehaus entgegen und bedankte sich stellvertretend bei Wehrführer Jörg Hölzemann, Kay Kirchhöfer, Kassierer des Fördervereins, sowie dem Schriftführer Christoph Flug.

Die Spende ist ein Teilerlös, den die Wehr mit Hubschrauberrundflügen für die Besucher am Tag der offenen Tür Mitte Juni eingenommen hat. Dieses Event hatte ihnen Meutsch vermittelt, als Dankeschön für eine vorausgegangene Spende von rund 1200 Euro aus dem Erlös eines Kalenderverkaufs. Der Initiator von Fly & Help hatte eine Informationsbroschüre über die Arbeit seiner Stiftung mitgebracht. Dort sind alle derzeit laufenden Projekte aufgeführt, unter anderem auch der Ausbau der Grundschule Gitwe im Süden Ruandas. Im Umkreis von sechs Kilometern kommen derzeit täglich 950 Mädchen und Jungen zum Unterricht.

Dank der Spende aus Weitefeld werden es künftig hundert Kinder mehr sein. Meutsch betont die Notwendigkeit: „Wir sind auf diese Hilfen von außen angewiesen.“ Er freut sich, dass Fly & Help in der Region auf positive Resonanz stößt: „Zwei Drittel unserer Spendengelder kommen aus dem Westerwald.“ Im kommenden Jahr plant die Organisation acht Schulneubauten in Ruanda, Äthiopien, Myanmar, Brasilien und Papua Neuguinea. „Hundert Schulen habe ich mir zum Lebensziel gesetzt“, sagt Meutsch. Er versucht, bei der Einweihung jeder neuen Schule am Ort zu sein. Neue Projekte würden vom Kuratorium der Stiftung sorgfältig ausgewählt. Wichtig sei die Zusammenarbeit mit verlässlichen Partnern am Ort wie beispielsweise der Welthungerhilfe. „Wir müssen uns sicher sein“, sagt Meutsch.

 

Artikel aus der Rhein-Zeitung vom 14.9.2012 (Claudia Geimer)

Für Feuerwehrleute soll neue Richtlinie nicht gelten

 

Ehrenamt Gruppe wird von EU-Arbeitszeitregelung ausgeklammert

M Kreisgebiet. Ehrenamtliche Feuerwehrleute sollen von der Neuregelung der Arbeitszeit-Richtlinie und der Begrenzung der Arbeitsstunden ausgenommen werden. Dies berichteten die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Peter Enders und Michael Wäschenbach nach einem Gespräch mit dem Europa-Abgeordneten Werner Langen, in dem sie die Bedeutung des ehrenamtlichen Einsatzes der Feuerwehren erörterten. Gelegenheit bot eine Sitzung der CDU-Landtagsfraktion in Brüssel.

Auch der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) spricht sich gegen die Reglementierung der freiwilligen Feuerwehren durch EU-Richtlinien aus. Der DFV sieht deren Existenz bedroht. Werner Langen berichtete, die Europäische Kommission habe bereits informiert, dass besondere Gruppen, wie Angehörige der freiwilligen Feuerwehr, gesondert betrachtet werden sollten. Damit würde auch die Arbeitszeit inklusive ehrenamtlichem Einsatz nicht auf 48 Stunden begrenzt. Auch das Bundesministerium des Innern habe zugesichert, bei der weiteren Entwicklung darauf zu achten. Ziel sei es, die Gesundheit und Sicherheit von Arbeitnehmern zu schützen. Was diese in ihrer Freizeit machten, werde von der Regelung nicht erfasst.

Ehrenamtliche Tätigkeit sei nur deshalb mit Gegenstand der Verhandlungen der Arbeitszeitregelungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, um Beschäftigungsmodelle zu verhindern, mit denen durch „Schein-Ehrenamt-Tätigkeiten“ im Anschluss an eine hauptamtliche Beschäftigung das Arbeitszeitrecht umgangen werde.

In weiteren Gesprächen diskutierten die Abgeordneten Fragen der Energiepolitik mit Kommissar Günther Öttinger, Anliegen der Landwirtschaft mit Christa Klaß MdEP, des europäischen Erbrechts mit Kurt Lechner und den Einfluss der Regionen mit dem Vorsitzenden der EVP-Fraktion, Joseph Daul sowie mit Europaministerin Margit Conrad. Aktuelle Themen erläuterte abschließend der Vizepräsident des EU-Parlaments, Rainer Wieland, und der ständige Vertreter Deutschlands bei der EU, Botschafter Peter Tempel.

Artikel aus der Rhein-Zeitung vom 9.5.2012

 

Der steinige Weg zur einigen Wehr

 Weitefeld - 90 Jahre Freiwillige Feuerwehr: Löschzug hat bewegte Zeiten hinter sich gebracht
Artikel aus der Siegener Zeitung vom 14.4.2012

 

Im feinen Zwirn mit Schlips und Anzug sind die Steiger zu sehen, den Feuerwehrhelm auf dem Kopf. Mit akkuraten Alte Fotos der Feuerwehr Weitefeld nehmen hier (v.l.) die Kameraden Karl-Heinz Keßler, Klaus Kirchhöfer und Detlef Flug in Augenschein.Handgriffen seien die Steigerübungen, das Aushängeschild der Abschlussübungen der Freiwilligen Feuerwehr Weitefeld, damals abgelaufen, erinnern sich Klaus Kirchhöfer, Karl-Heinz Keßler und Detlef Flug. Die Kameraden betrachten alte Fotos, auf denen die Übungen zu sehen sind, aber auch Frauen, die bei einer Übung eine Kette mit Wassereimern für die Schwengelpumpe gebildet haben. Die drei blicken zugleich auf eine Zeit zurück, als die Ausstattung der Wehr im Vergleich zu heute noch einfach ausfiel. 90 Jahre nach der Gründung, steht die Weitefelder Wehr gut ausgerüstet da. In all den Jahren unverändert geblieben ist die hohe Einsatzbereitschaft der Kameraden.

Puppe gesichert: Die Kameraden demonstrierten ihre Leistungsfähigkeit.Am 25. Juni 1922 wardie Weitefelder Wehr ins Leben gerufen worden, ein Jahr nach der Gründung der Wehr im -damals noch "autonomen"- Nachbarort Oberdreisbach. Gut 50 Jahre später kam es zwischen den Wehren zu einer Disharmonie, nämlich im Zuge der 1969 beschlossenen Fusion, von der die Chronik berichtet. Die zunächst weiterhin eigenständigen Wehren galten gemeinsam als Löschzug II. Als dann im Juli 1970 erstmals ein Brandobermeister für den Löschzug gewählt werden sollte, schlugen die Oberdreisbacher ihren Kameraden in Weitefeld ein Schnippchen: Am Abend vor der Wahl hatte man noch Leute aufgenommen und brachte so bei einer Kampfabstimmung mit einer Stimme Vorsprung den eigenen Kandidaten durch.

Etwa Mitte der 1970er Jahre kam es dann zum Eklat, und in der Chronik ist notiert: "Der Löschzug Die „Eimerfrauen“ waren in vergangenen Zeiten wichtige Helfer der Feuerwehrleute. Sie sorgten per Hand für Nachschub an Wasser.Oberdreisbach löste sich aus Protest, dass man in Weitefeld üben musste, auf." Bis auf drei Mann gaben damals alle Oberdreisbacher Kameraden ihre Uniform ab. "Als Weitefelder hätte ich es umgekehrt genauso gemacht": Feuerwehrmann Detlef Flug zeigte Verständnis für das damalige Verhalten der Oberdreisbacher. Karl-Heinz Keßler gibt allerdings zu bedenken, man habe damit "super Wehrleute" verloren. Einer, der damals die Uniform nicht ablegte, war der Oberdreisbacher Klaus Kirchhöfer: "Die Entscheidung für das Zusammenlegen war richtig, weil alles gestrafft wurde", stellt er rückblickend fest.

Heute ist das alles eher etwas zum Schmunzeln. Denn bei 18 Kameraden aus Weitefeld und 16 aus Oberdreisbach hat man ein nahezu gleichmäßig austariertes Gefüge (Korrektur: 24 aus Weitefeld, 8 aus Oberdreisbach), um gemeinsam Menschen in Not zu retten. "Auch die Altersgruppen sind sehr ausgewogen", so Jörg Hölzemann, der seit 2005 Wehrführer ist. Er lobt die Kameradschaft und die gute Ausstatten der "sehr aktiven Wehr". Dazu würden auch die zu speziellen Themen ausgearbeiteten Übungen der Zug- und Gruppenführer beitragen.

Oberdreisbacher und Weitefelder Feuerwehrkameraden nach einer gemeinsamen Übung. Mittlerweile sind beide Wehren längst fusioniert und sorgen gemeinsam für die Sicherheit der Bürger.
Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Weitefeld stellten sich vor dem 1996 bezogenen Feuerwehrhaus auf, wo das 90-jährige Bestehen im Juni gefeiert wird.

1922 war die Freiwillige Feuerwehr Weitefeld mit über 50 Leuten und Steiger-, Spritzen-, Ordnungs- und Wasserabteilung gegründet worden. 1923 -man verfügte bereits über ein Spritzenhaus- bekam man von der Gemeinde die erste Spritze und einige Schläuche.

Den ersten Einsatz hatte man im Juni 1924. Ein Blitz hatte eine Scheune in Brand gesetzt. "Da zu wenig Schläuche zur Verfügung standen, wurde die damals benachbarte Wehr aus Oberdreisbach zur Hilfe geholt", steht in der Chronik. Im April 1928 gab es die erste Übung am neuen Steiger- und Spritzenhaus (heute Jugendtreff).

Aufgrund stetig steigender Anforderungen wurde 1956 eine erste Motorspritze angeschafft. 1967 erhielt man das erste Tragkraftspritzenfahrzeug. 1972 bekam die Wehr Daaden ein neues Tanklöschfahrzeug - mit dem alten wurde Weitefeld ausgestattet. 70 Jahre waren die Einsatzkräfte im alten Gerätehaus untergebracht. 1996 wurde der Neubau bezogen, dessen Errichtung auch durch Eigenleistungen möglich wurde, etwa beim Dachdecken. In dem Gebäude wurde eine komplette Atemschutzwerkstatt eingerichtet, die der rührige Förderverein einrichtete.

Vor vier Jahren gab es in der Unterkunft eine böse Überraschung. Purem Vandalismus war die ganze Einrichtung zum Opfer gefallen, auch Fahrzeuge wurden in Mitleidenschaft gezogen. "Es war ein Wahnsinnsschaden", so Hölzemann. Er erinnert aber auch an die vielen Einsätze, zu denen man gerufen wurde. Bei einem Brand einer Nickel-Halle in Oberdreisbach kämpfte man mit der gesamten Verbandsgemeindewehr gegen die Flammen. Auch bei schweren Verkehrsunfällen war die Wehr, die inzwischen mit Rettungsschere und Spreizer ausgestattet ist, im Einsatz. Vermisstensuche, der Brand eines Holzwohnhauses und die Bruchlandung eines Segelflugzeuges zwischen Weitefeld und Friedewald listet die Einsatzstatistik auf. 2002 führte ein Einsatz sogar ins Hochwassergebiet bei Bitterfeld. Auf Initiative der Weitefelder waren Kameraden der Verbandsgemeindewehr aufgebrochen.

Tag der offenen Tür am 16. Juni 2012

Neben der Ausbildung und der Schulung nehmen die Weitefelder Kameraden auch an Leistungswettbewerben teil, sogar in Südtirol und Luxemburg. Ein neues Kapitel in der Chronik ist die Höhenrettung samt spezieller Abseiltechnik. Zurzeit befinden sich drei Leute im Lehrgang, berichtet Hölzemann. Die erforderliche Ausrüstung soll noch angeschafft werden.

Atemschutzworkshop 2012

 

Hallo zusammen,

 

am Samstag den 21. April 2012 findet der erste Atemschutzworkshop der Verbandsgemeindefeuerwehr Daaden statt. Es soll eine Ausbildungsveranstaltung aller Atemschutzgeräteträger der VG Daaden sein. Die Veranstaltung beginnt Samstag um 9.00 Uhr am Gerätehaus in Weitefeld. Der Workshop soll dazu beitragen die Arbeits – und Vorgehensweise der einzelnen Löschzüge kennenzulernen und die Zusammenarbeit der Atemschutzgeräteträger

untereinander zu vertiefen. Übungsort ist das Feuerwehr Gerätehaus in Weitefeld.

  

Geplanter Tagesablaufplan:

  • Theoretische Unterweißung FwDv 7 (ca.1 Stunde)
  • Neuerungen der Atemschutzausrüstung vorstellen
  • Praktische Stationsausbildung ( ca 4 -5 Stunden )
  • Tagesnachbesprechung

 

Geplante Ausbildungsinhalte

  •  Retten und Selbstrettung
  • Einsatztaktik im Innenangriff
  • Sprühimpulslöschverfahren
  • Einsatz des Sicherheitstrupp
  • Uvm.

 

Für weitere Ideen und Übungsvorschläge bin ich natürlich Dankbar. Im Anschluss an den Übungstag besteht die Möglichkeit, die gesammelten Eindrücke in lockerer Runde bei Getränken, Wurst und Fleisch nochmal kurz aufzuarbeiten.

Für die Planung ist es wichtig das die Teilnehmer bis zum 30.3 2012 über den örtlichen Atemschutzgerätewart bei mir gemeldet werden.

 

Natürlich ist die Wehrleitung und Wehrführung herzlich zu der Veranstaltung eingeladen.

 

Gruß Florian

Strom vom Dach gefährdet die Retter

Brandschutz Fotovoltaikanlagen bereiten Feuerwehrleuten im Einsatz Probleme – Kollektoren weisen Wasser ab

M Kreisgebiet. Energiegewinnung aus Sonnenlicht genießt bei immer mehr Hausbesitzern einen hohen Stellenwert. Doch Fotovoltaikanlagen bereiten den Feuerwehren Probleme, sollte es in dem Haus, auf dessen Dach die Kollektoren arbeiten, zu einem Brand kommen. „Die Einsatzkräfte müssen, wie bei anderen elektrischen Anlagen auch, gewisse Sicherheitsregeln einhalten“, sagt Kreisfeuerwehrinspekteur Eckard Müller. Dazu zähle unter anderem, dass beim Löschen mit Voll- oder Sprühstrahl gewisse Mindestabstände zu beachten seien. Müller spricht von drei bis fünf Metern, „ein bisschen mehr ist auch nicht schlecht“. Nach Müllers Aussage hat es im AK-Land die Konstellation „Feuer versus Kollektoren“ aber zum Glück noch nicht gegeben.

Erleichtert wird die Arbeit der Feuerwehr, wenn die Verbindung der Fotovoltaikanlage zum Stromnetz unmittelbar hinter der Anlage unterbrochen werden kann. „Das System produziert zwar auch dann weiterhin Strom, aber dieser wird nicht mehr ins Netz weitergegeben. Die Leitungen im Haus sind dann nicht mehr unter Strom“, erklärt Dave Paulissen, Präventionsfachmann der in Andernach ansässigen Unfallkasse Rheinland-Pfalz. Auf ein brennendes Dach klettern, um die Fotovoltaikanlage abzustellen, muss man allerdings nicht. „Man kann sie auch fernbedienen. Dann drückt man beispielsweise im Erdgeschoss einen Knopf, und ein Modul, das direkt in unmittelbarer Nähe zu der Konstruktion sitzt, verhindert, dass der produzierte Strom weiter abgegeben wird“, fügt Paulissen an.

Jenseits der erbitterten Gegner Feuer und Wasser müssen die Wehrleute bei einer brennenden Fotovoltaikanlage weitere Tücken beachten. „Die Traglast des Dachs ist mit den Kollektoren natürlich höher, was man bedenken muss, wenn man das Feuer von innen angeht. Die Gefahr herabfallender Teile darf man auf keinen Fall unterschätzen“, zeigt Müller einen weiteren Aspekt der Arbeit unter den besonderen Vorzeichen auf. Zudem entstehen beim Brand einer Fotovoltaikanlage toxische Gase, die den Einsatz von Atemschutzgeräten notwendig machen. Ein brennender Dachstuhl in einem Haus mit einer Fotovoltaik- oder Solaranlage hält noch ein weiteres Hindernis bereit: Die Kollektoren mutieren zum Schutzschild, das das Löschwasser abprallen lässt.

Hilfreich ist im Ernstfall, wenn sofort Klarheit darüber herrscht, ob es sich um eine Fotovoltaik- oder um eine Solaranlage handelt. Im Gegensatz zur Fotovoltaikanlage, die den erzeugten Strom ins Netz einspeist, wird die von den Sonnenkollektoren gewonnene Energie beispielsweise über einen Wärmetauscher ans Heizungswasser abgegeben. Diese Flüssigkeit, die normalerweise zu 60 Prozent aus Wasser und zu 40 Prozent aus Propylenglykol besteht, hat ihren Siedepunkt erst bei 150 Grad. Bricht ein Rohr, kann es zu Verbrühungen kommen.

Noch tappen die Wehren oft im Dunklen, wenn sie zu einem Einsatz gerufen werden. Denn die Verantwortlichen wissen nicht, ob das Haus, das Feuer gefangen hat, über Kollektoren auf dem Dach verfügt. „Ein Verzeichnis wäre hilfreich“, sagt Müller, besonders, wenn es um Einsätze in der Nacht gehe, man nichts sehe. Mit einem solchen Kataster könnten sich die Wehrleute bereits im Vorgriff mit der Örtlichkeit vertraut machen. Was nicht ist, kann aber noch werden. Derzeit werde daran gearbeitet, eine solche Zusammenstellung zu Papier zu bringen, zumal die Kennzeichnung der Gebäude, die über Anlagen auf Dächern verfügen, lediglich freiwillig ist. Unter anderem sei der Feuerwehrverband bei der Aufstellung einer solchen Tabelle, die Details über den Typ der Anlage, die Bauweise und die Schutzmechanismen enthalten kann, beteiligt. „Es ist immer gut, wenn man sich ohne Druck vorbereiten kann und im Falle eines Falles nur die Schublade aufmachen muss“, pflichtet Paulissen bei und verdeutlicht noch einmal: „Für Feuerwehrleute kann beim Einsatz Lebensgefahr bestehen, wenn sie nicht wissen, dass eine Solaranlage existiert.“ vh

Das können Hausbesitzer tun

Der Verband privater Bauherren empfiehlt Besitzern einer Fotovoltaikanlage, Folgendes möglichst zu beachten:

1 Die Feuerwehr sollte im Brandfall so schnell wie möglich erfahren, dass die Solaranlage vermutlich noch Strom produziert. Sinnvoll ist ein Hinweisschild am Verteiler-, Schalt- oder Zählkasten.

2 Schon beim Bau einer Solaranlage können die Module im Abstand von jeweils 15 Zentimetern angebracht werden. Dadurch bleibt die Dachfläche partiell offen, die Feuerwehr kann zwischen den Modulen an den Brandherd herankommen. So passen insgesamt weniger Module aufs Dach.

3 Seit Sommer sind Lasttrennschalter auf dem Markt: An den Modulen wird ein Unterbrechungsrelais angebracht und über eine Zusatzleitung mit einem Ausschalter verbunden. Wenn es brennt, soll es möglich sein, die Anlage komplett auszuschalten.

Feuerlöscher Rückrufaktion von Tyco ...

... betroffen sind Feuerlöscher der Marken TOTAL, COSMOS, Hansa, Hoenig, IBS, Neuruppin, Optimal, NWF, Stoll-Luxemburg und Waßmann. Nähere Infos in der Anlage  Tyco Rückrufaktion Merkblatt

 

Die gefährlichsten Stellen im Kreis

Unfallschwerpunkte: In Kreuzung Steinerother Straße/Tiergartenstraße und in Alsdorf kracht es im Oberkreis am häufigsten
Wenn es auf den Straßen fünfmal hintereinander kracht, ist es ein Fall für eine besondere Statistik: Die Polizei führt Buch über die Unfallschwerpunkte im Kreis. Aber ausgerechnet dort, wo es langsam geht, werden im Oberkreis die meisten Unfälle registriert.

 KREISGEBIET. Manchmal ist es auch eine Bauchsache: Es war im Frühling vor rund fünf Jahren, da wunderte sich Polizeihauptkommissar Gerhard Rosenthal über eine Unfallmeldung im Wildenburger Land. Ein Motorradfahrer war in einer Kurve gestürzt, wenige Tage später hielt er einen täuschend ähnlichen Bericht eines Kollegen in der Hand. Als es den dritten Motorradfahrer innerhalb von zwei Wochen aus der Kurve bei Friesenhagen trug, hatte er keinen Zweifel mehr. "Hier stimmt etwas nicht." Noch bevor Rosenthal mit einem Mitarbeiter der Straßenmeisterei den Wagen an der Unfallstelle gestoppt hatte, wussten sie, wo das Problem lag. Das Gebüsch hatte den knickartigen Ausgang der Kurve überwuchert und die Sicht verdeckt. Die Motorradfahrer hatten in der Rechtskurve den Knick zu spät gesehen, bremsten und rutschten in die Böschung. Rosenthal ließ das Gestrüpp lichten. "Danach gab es keinen Unfall mehr in dieser Kurve", sagt er und lächelt zufrieden.


Unfallstellen beobachten

Rosenthal ist bei der Betzdorfer Polizei der Experte für neuralgische Verkehrspunkte. Unfallhäufungsstellen werden diese gefährlichen Orte m korrekten Polizeideutsch genannt. Das sind Stellen, an denen ungewöhnlich viele und vor allem ähnliche Unfälle passieren. Seit Jahren führt Rosenthal akribisch Buch darüber. Derzeit weist seine Datei 18 Stellen aus, an denen in den vergangenen drei Jahren zumindest einmal im Jahr fünf ähnliche Unfälle passierten.

Einmal auf der Liste, bleiben die Unfallstellen im Visier der Polizisten. Nun werden sie beobachtet, sind sie drei Jahre in Folge nicht mehr auffällig, verschwinden sie aus der offiziellen Liste. Manchmal machen sich Unfallschwerpunkte von allein dünne, manchmal tauchen sie wieder auf, und keiner weiß warum. "Ein Phänomen, das wir nicht immer deuten können", sagt Rosenthal.

Vier Straßen auf der Betzdorfer Liste hat Rosenthal gelb markiert, das sind die aktiven Unfallschwerpunkte, und die bereiten ihm am meisten Sorgen. Seit Jahren lässt sich hier die Zahl der Unfälle nicht wesentlich reduzieren. Ein bisschen Gestrüpp stutzen wie in Friesenhagen reicht da nicht. An der Kreuzung Tiergartenstraße/Steinerother Straße in Betzdorf etwa registrierten seine Beamten gleich 18 Unfälle im vergangenen Jahr. Es waren selten schwere Unfälle. Allein achtmal wurden die Vorfahrtregeln missachtet.

 Ähnlich auch im Siegkreisel zwischen Siegbrücke und Sparkassenneubau: 17 Unfälle haben sich hier 2009 ereignet, zwölfmal beim Fahrbahnwechsel. Die Unfallstellen sind geradezu typisch für die notorischen Raser, die in unübersichtlichen Kurven über das Ziel hinausschießen, es sind die Kreuzungspunkte, die Einfädelspuren und die Ampelbereiche, die regelmäßig für Unfälle sorgen. "Wenn der Verkehr nicht mehr flüssig ist, wird es gefährlich", sagt Rosenthal.


Lange Wartezeiten

Am Beispiel Tiergartenstraße: Die Autofahrer müssen hier oft lange warten, bis sie sich in den Verkehr einordnen können. Auch die zusätzliche Abbiegespur hat hier nach ersten Einschätzungen nicht wirklich für eine Verbesserung gesorgt. Beispiel Siegkreisel: Der Pkw-Fahrer wartet vielleicht schon etwas länger im Stau, will den anderen nicht vorbeilassen oder übersieht ihn schlicht. Schon kracht es wieder. Ausgerechnet die Polizei selbst könnte hier die Situation entschärfen. Das Gebäude und die Abbiegespur der Polizisten verhindern aber eine Verlängerung der Abbiegespur in Richtung Steinerother Straße.

Nur selten lassen sich Unfallstellen so einfach entschärfen wie etwa in Friesenhagen. Manchmal vergehen Jahre, bis die Behörden einer gefährlichen Stelle durch Schilder und Hinweise ihre Gefahr genommen haben. Manchmal ist es gar nur durch einen Ausbau der Straße möglich. Eine Unfallhäufungskommission aus Polizei, Landesbetrieb für Mobilität, den Ordnungsbehörden der Kommunen, Kreisverwaltung und der Straßenmeisterei trifft sich deshalb regelmäßig. Oft genug können die Behörden so Unfallschwerpunkte entschärfen, etwa durch Stopp- und Warnschilder, Hinweise oder Geschwindigkeitsmessungen. In Betzdorf an der Industriestraße in der Einmündung auf die Bundesstraße etwa hat eine schlichte Markierung das Problem gelöst, im Betzdorfer Tunnel hat hingegen die Eingewöhnung der Autofahrer dazu geführt, dass er seit zwei Jahren nicht mehr in der Liste auftaucht.

 

Schilder helfen nicht

In der Alsdorfer Ortsmitte lassen sich die vielen Unfälle (18 im Jahr 2009) nicht mit Schildern in den Griff kriegen. Auch auf der Kreisstraße zwischen Weitefeld und Niederdreisbachhaben all die Methoden nichts genützt. Elf Unfälle, neun davon bei Nässe haben sich dort 2009 ereignet. Immer wieder gab es hier auch Schwerverletzte. Nun wird die Straße saniert, und die Kurven werden auch entschärft. Schon fürchten viele, dass auf einer ausgebesserten Straße noch mehr gerast wird. Aber die Erfahrung von Rosenthal sagt: "Eine Sanierung der Straße hilft fast immer."