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Wehr sieht finanzielle Engpässe

Allein aus dem Kreis Altenkirchen liegen 26 Anträge bei Kommunen und Land vor - Zahl der Aktiven sinkt. Mit vielen Informationen wartete der Kreisfeuerwehrtag in Wehbach auf. Geehrt wurden dort auch langjährig Aktive.

KREISGEBIET/WEHBACH. In Sachen Mitgliederentwicklung liegt die Feuerwehr im Kreis Altenkirchen im landesweiten Trend: Beim Kreisfeuerwehrtag berichtete Kreisfeuerwehrinspekteur (KFI) Eckhard Müller, dass die Zahl der Aktiven gesunken ist. Ende 2006 wirkten 1239 Frauen und Männer mit - im Vorjahr noch über 1300. Sie waren 2006 bei 318 Brand- und 371 Hilfeleistungs-Einsätzen gefordert.

Alle drei Jahre findet der Kreisfeuerwehrtag statt, und aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Feuerwehr Wehbach kam er am Samstag dort zusammen. Der Tag, an dem auch Vertreter der Katastrophenschutz-Organisationen, Polizei, Bundeswehr und Notfallseelsorger-Gruppe teilnahmen und der von der Stadt- und Feuerwehrkapelle Wissen und ihrer Jugendkapelle musikalisch umrahmt wurde, dient der Information.

"Sorgen bereiten die finanziellen Engpässe bei Land und Kommunen", so KFI Müller mit Blick auf Zuschüsse - derzeit liegen der ADD Trier und dem Innenministerium aus dem Kreis neun Anträge auf Baumaßnahmen und 17 zur Fahrzeugbeschaffung vor, woraus man sich einige hunderttausend Euro erhofft. Weiteres Problem sei die Sicherstellung der Tagesbereitschaft: "Wir versuchen, durch gleichzeitige Alarmierung benachbarter Wehren eine Lösung zu finden, das klappt auch."

Gute Zusammenarbeit


Dank für die hervorragende Zusammenarbeit zollte der KFI den Hilfsorganisationen und allen bei Einsätzen Involvierten, nicht zuletzt der Notfallseelsorger-Gruppe. Landrat Michel Lieber betonte, dass die Feuerwehren zusammen mit DRK und THW ihre Aufgaben mit großer Professionalität erledigen. Die Bedeutung der Tätigkeit der Ehrenamtlichen habe man beim Orkan "Kyrill" erlebt, wo im Kreis zeitweise fast alle 41 Feuerwehreinheiten eingesetzt waren.

Was die durch Kyrill verursachten Stromausfälle in mehreren Orten betraf, sei es nicht in vollem Umfang möglich gewesen, jeweils kurzfristig zu helfen. So war als Referent zum Kreisfeuerwehrtag Norbert Balduin vom RWE eingeladen, der Einsatzmaßnahmen und Verhalten bei großflächigem Stromausfall erläuterte und mitteilte, dass das RWE für Integrierte Leitstellen Rufnummer-Kreise aus der Taufe heben will. Dem KFI ist es zudem wichtig, dass auch privat Vorsorge getroffen wird und sich beispielsweise der Landwirt bei Stromausfall zur Melkzeit mit einem Notstromaggregat helfen kann. Lieber machte deutlich, dass auch ehrenamtliche Hilfeleistung nicht kostenlos ist: So sei der Kreis mit nicht unerheblicher Einmalzahlung am Vorhaben "Integrierte Leitstelle" beteiligt, über die ab 2008 die Feuerwehren alarmiert werden. Auch die von den Kommunen aufzubringenden Kosten bei der Umstellung auf Digitalfunk würden trotz Förderung durchs Land erheblich sein. Und im Herbst werde in der Kreisverwaltung eine Einsatzzentrale in Betrieb genommen.

Aktive Jugendwehr


Kreisjugendfeuerwehrwart Christoph Baldus berichtete, dass bei den Jugendwehren derzeit 304 Jugendliche (davon 39 Mädchen) tätig sind - 23 weniger als 2006, doch habe keine der 16 Jugendwehren Nachwuchsprobleme. 2006 wurden 33 Jugendliche in den aktiven Dienst übernommen.

Landrat Lieber verlieh das Goldene Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes an Gerd Müller (Weyerbusch), Paul Gerhard Tielmann (Weitefeld), Hans Günter Kray (Mauden), Lothar Schwan (Kausen) und Bruno Reifenrath (Wissen).